Dienstag, 10. Mai 2005 

Berlin - Marathon 2003

 

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Berlin – Marathon 2003

Auf der Jagd nach einer neuen Bestzeit

 

Dieses war mein 12. Marathon und ich wollte nach 5 Jahren endlich meine persönliche Bestzeit (3:18:40 Stunden) verbessern, möglichst sogar auf unter 3:15 Stunden.

Die Nacht vor dem Marathon hatte ich sehr gut geschlafen. Um 5:30 Uhr war ich aufgestanden und um 6 Uhr bekam ich in der JH bereits FrĂĽhstĂĽck. Um kurz vor 7 Uhr ging es dann bereits los, um von Tegel zum Startbereich zu kommen. Ich war dann rechtzeitig noch vor  8:00 Uhr zum Fototermin am Reichstag.

Gegen 8:20 Uhr habe ich mich auf den Weg zu meinem Kleider-LKW gemacht. Unterwegs habe ich mich noch umgezogen. Als ich meinen Kleiderbeutel los war, hatte ich noch ca. ½ Stunde Zeit bis zum Start. Allerdings war der Weg zum Startbereich sehr weit und die Wege dorthin recht schmal. Unterwegs habe ich noch versucht, etwas Druck von meiner Blase zu nehmen, war dazu aber leider zu verkrampft. Gegen 8:45 Uhr habe ich noch 0,5 l ULTRA Buffer getrunken. Gegen 8:55 Uhr hatte ich dann endlich Startblock E erreicht und habe mich schnell in den nächst besten Eingang rein gedrängt.

Der Startschuß kam dann auch bald, gehört habe ich ihn aber nicht. Bis zur Startlinie habe ich dann auch fast 5 Minuten gebraucht. Dann ging es allerdings los. Es war zwar eng, ließ sich aber noch einigermaßen laufen. Auf dem zweiten Kilometer war ich sogar schon 12 Sekunden zu schnell unterwegs. Aber am Ernst – Reuter – Platz ging es rechts ab und die Straßen waren schlagartig wesentlich schmaler, so dass ich von der Masse doch etwas ausgebremst wurde. Für Kilometer 3 + 4 habe ich zusammen 9:52 Minuten benötigt, 32 Sekunden weniger als geplant. Die nächsten 3 km waren auch noch sehr eng, danach lief es aber wieder ganz gut.

Ich bin dann ganz langsam und locker gelaufen. Seltsamerweise wurden meine km-Zeiten immer kĂĽrzer. Nachdem ich die Kilometer 8 und 9 noch in 4:37 Minuten (genau der beabsichtigte Durchschnitt) gelaufen war, waren es bei Kilometer 13 nur noch 4:23 Minuten. Danach bin ich aber doch etwas langsamer weiter gelaufen.

Ich habe mich jedenfalls sehr gut Gefühlt. Dazu haben sicherlich auch die hervorragenden Zuschauer beigetragen, die fast über die gesamte Strecke für gute bis phantastische Stimmung gesorgt haben. Besonders am „Wilden Eber“ war es wieder mal am lautesten.

Auch das Wetter war sehr gut: Wohl noch unter 20°C und überwiegend bewölkt, zumindest solange ich unterwegs war.

Bloß allmählich machte sich der Druck in meiner Blase deutlicher bemerkbar. Bei Kilometer 20 standen 3 Dixis. Allerdings standen davor sehr viele Zuschauer, so dass ich daran vorbei gelaufen bin. Dann habe ich aber intensiv nach weiteren Dixis Ausschau gehalten, aber auch noch Zeit gefunden weiterhin meine Splits zu stoppen und bei HM auf die Uhr zu sehen: 1:37:20 Stunden, ca. 30 Sekunden schneller als geplant. Bei Kilometer 23,5 habe ich dann den Forums-Verpflegungsstand sofort gefunden und mir von Göga noch 0,5 l ULTRA Buffer reichen lassen. Die Öffnung zum Trinken war allerdings relativ eng, so dass es recht mühsam war.

Ca. 1 km später war plötzlich Sabinchen neben mir, die sich ja 3:17:59 Stunden vorgenommen hatte. Und das, obwohl sie in den letzten Wochen aufgrund von Achillessehnenproblemen nur sehr wenig trainiert hatte. Allerdings hat sie über Darmprobleme geklagt. (Zu einer neuen Bestzeit, wenn auch nicht ganz so schnell wie geplant, hat es bei ihr aber ja trotzdem noch gereicht.)

Ca. 1 km weiter kam dann das ersehnte Dixi und es wurde auch gerade frei. Dort habe ich dann allerdings ca. 2 Minuten vertrödelt. Es lief und lief und lief… Ich habe aber die Zeit genutzt um ein paar große Schlucke von meiner Eigenverpflegung zu trinken.

Dann ging es endlich weiter. Allerdings habe ich doch ein paar Minuten benötigt, um wieder meiner Rhythmus zu finden. Kurze Zeit später war ich am „wilden Eber“. Dort war die Stimmung wieder so gigantisch, das ich sogar etwas lachen musste.

Ca. bei Kilometer 28 habe ich dann auch Yvonne am StraĂźenrand gesehen.

So langsam wurde es aber doch allmählich anstrengend. Die Zwischenzeiten wurden etwas langsamer, waren aber immer noch ganz gut. Ab Kilometer 30 – 32 machten sich meine Waden bemerkbar, was sich auf den letzten Kilometern noch steigerte. Das hat mich beim Laufen aber nicht wirklich gestört, eher nach dem Laufen und auch heute noch. Ich bin auch bloß etwas langsamer geworden, weil ich zwischen km 35 -40 gelegentlich etwas Gegenwind hatte, nicht stark aber spürbar. Ich habe immer wieder abgeschätzt, ob noch eine neue Bestzeit (< 3:18:40) drin ist, und bin immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, das es wohl sehr knapp werden wird. Meine Beine wurden immer müder und ich wäre gerne etwas langsamer gelaufen, aber dann wäre es mit der neuen Bestzeit garantiert nichts mehr geworden. Also bloß nicht nachlassen, war ja nicht mehr weit. Auf dem 40. Kilometer hat es mich dann aber doch kurz erwischt: Ein Angriff des Hammermanns oder war es bloß die leichte Steigung, die das Streckenprofil ausweist? Keins von beidem. Der 40. Kilometer war eindeutig zu lang.

Auf den letzten 2,195 km konnte ich das Tempo jedenfalls wieder deutlich erhöhen. Noch vor dem Brandenburger Tor habe ich dann mit einem lang gezogenen Endspurt begonnen und auf den letzten 195 m das Tempo noch einmal deutlich erhöht.

Fazit: Neue Bestzeit um 18 Sekunden verpasst. Formal war dies also bloĂź mein zweitbester Marathon, vom läuferischen her aber mit Abstand der Beste. Zum ersten Mal konnte ich auf den letzten Kilometern noch ein relativ hohes Tempo halten und sogar noch ein paar Kräfte fĂĽr einen Endspurt mobilisieren. Deshalb bin ich zwar enttäuscht, mit meiner Leistung aber trotzdem zufrieden.  

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