Dienstag, 10. Mai 2005 

Mein erster 24 h - Lauf

 

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Mein erster 24 h – Lauf

 

Um 12:15 Uhr habe ich mich etwa auf den Weg gemacht. Ganz gemĂŒtlich bin ich mit dem Fahrrad die ca. 8 km bis nach Scharnebeck gefahren. Als ich dort gerade auf dem Weg war, meine Startunterlagen abzuholen, wurde ich bereits von JĂŒrgen (aragorn) angesprochen, der mir dann auch Simone vorstellte. Frieda haben wir dort auch schon kurz getroffen. Zu der Startnummer gab es noch ein Baumwoll T-Shirt. Ich musste mich leider mit GrĂ¶ĂŸe M begnĂŒgen, weil GrĂ¶ĂŸe S bereits vergriffen war. Danach habe ich meine Tasche beim Zeltplatz von JĂŒrgen und Simone deponiert.

Um 13:50 Uhr haben wir uns allmĂ€hlich zum Startbereich begeben und uns dabei noch kurz den RundenzĂ€hlern vorgestellt. Die Startaufstellung wurde erst im allerletzten Moment eingenommen und dann ging es auch gleich los. Wir sind zu dritt von ganz hinten losgelaufen. Simone ist sehr schnell etwas zurĂŒck geblieben, wĂ€hrend aragorn die Flucht nach vorn angetreten hat. Nach ein paar Runden hat Simone dann aber wieder zu mir aufgeschlossen und dann sind wir erst mal ein paar Stunden gemeinsam gelaufen. Zu der Zeit erhielt ich auch das erste Mal Besuch von meinen Eltern und meinem Bruder, der selbst auch Ausdauersport betreibt. Auch ein Laufpartner aus LĂŒneburg hat mich am Samstag zweimal besucht. ZunĂ€chst haben wir etwas mehr als 9,5 Minuten pro Runde benötigt. Nach gut 20 Runden hat sich Simone an der Verpflegungsstelle aber mehr Zeit gelassen und mich vorgeschickt. Von da an bin ich alleine weiter gelaufen und habe mein Tempo etwas gedrosselt. Ein paar Runden weiter habe ich auch eine erste kurze Gehpause eingelegt, weil es doch nicht mehr ganz so locker lief. Ein paar Runden lang bin ich erst ein paarhundert Meter gegangen und dann wieder gelaufen. Dann lief es plötzlich wieder besser und ich bin wieder 1,5 Stunden durchgelaufen. Dann haben sich meine Beine aber wieder bemerkbar gemacht. Ich kenne die Muskeln nicht mit Namen, aber im Bereich oberer Oberschenkel bis Becken haben die Muskeln allmĂ€hlich rebelliert. Sie sind hart geworden und schmerzten. Deshalb habe ich wieder Gehpausen eingelegt, die dann allmĂ€hlich immer lĂ€nger geworden sind. Nach knapp 7,5 Stunden habe ich mir meine Oberschenkel auch massieren lassen. Das hat aber auch nicht viel geholfen. Zwischen 22.00 und 23:00 Uhr war mein Bruder auch wieder da und ist mit mir mal die Runde abgegangen.

Mir war bereits nachmittags die BarfußlĂ€uferin Ingrid Kupke aufgefallen. SpĂ€tabends hatte sie dann plötzlich Schuhe an. Auf meine Nachfrage meinte sie, dass auf der Strecke irgendwo Glassplitter lĂ€gen, die ihr die FĂŒĂŸe kaputt machen, wenn sie drauf tritt. Allerdings konnte sie sich fĂŒr das Laufen mit Schuhen auch nicht begeistern. Etwas spĂ€ter habe ich sie dann wieder barfuß gesehen, danach dann aber erst wieder bei der Siegerehrung. Sie hatte den Lauf abgebrochen.

Übrigens habe ich am Samstag Nachmittag auch Manfred Iser kennen gelernt. Als er mein Singlet sah, hat er gefragt: „Kennt hier vielleicht jemand Sabine Weiß?“ Nun weiß er auch, wer der marathonmann ist.

Nachdem mein Bruder weg war, bin ich erst noch eine Weile weiter gegangen. Gegen Mitternacht wurde es mir aber zu kĂŒhl, so dass ich mir frische und wĂ€rmere Sachen angezogen habe. Außerdem habe ich auch nach mittlerweile bereits ĂŒber 50 Runden meine Schuhe gewechselt. Als ich gerade beim Umziehen war, kam mir aber der Gedanke, dass den Beinen eine kleine Pause sicher ganz gut tun wĂŒrde. Also habe ich mich dort hin gesetzt und ein wenig die Augen zu gemacht und gedöst.

Ich wusste, das ich ab 1:00 Uhr wieder mit meinen Eltern rechnen könnte. Deshalb habe ich mich um die Uhrzeit wieder auf den Weg gemacht. Erst bin ich ganz langsam gegangen, allmĂ€hlich immer schneller geworden und die zweite Runde bin ich dann sogar wieder gelaufen. Das ging zwar, aber ich habe gespĂŒrt, dass ich lĂ€nger durchhalte, wenn ich nicht laufe. Deshalb bin ich danach wieder gegangen, unterbrochen von kurzen Laufeinlagen. Gegen 2:00 Uhr kamen meine Eltern dann auch und sind dann mit mir auch mal die Strecke abgewandert. Als sie wieder weg waren bin ich noch 1 Runde gegangen und habe dann von 3:00 Uhr an wieder Pause gemacht. Meine Eltern kamen kurze Zeit spĂ€ter noch zurĂŒck und haben mir 2 Wolldecken gebracht. Kurz nachdem ich es mir richtig gemĂŒtlich gemacht hatte, hat Simone mich auch noch mit einem Schlafsack zugedeckt. Simone war eindeutig die aktivste von uns dreien in der Nacht. 

Gegen 5 Uhr bin ich aufgewacht. Da war es bereits hell. Ich habe mich aber noch mal umgedreht und bis um 6:00 Uhr weitergeschlafen. Bis ich mich dann aufgerafft habe und weitergegangen bin, ist auch noch geraume Zeit vergangen. Ich bin dann wieder ĂŒberwiegend gegangen, unterbrochen von einigen kurzen Laufabschnitten. Dabei habe ich dann endlich auch die 100 km – Marke erreicht. Eigentlich wollte ich ja jetzt bis zum Schluß in Bewegung bleiben. Aber gegen 9:30 Uhr hatte ich erstmal wieder genug und habe nach 70 selbst gezĂ€hlten Runden meine letzte Pause gemacht.

Zu den Rundenzahlen ist zu sagen, dass sich anscheinend einige RundenzĂ€hler gelegentlich verzĂ€hlt haben. Allerdings ist der Job des RundenzĂ€hlers sicherlich auch nicht ganz einfach. Ich hatte jedenfalls bereits nach 33 Runden eine kurze Diskussion mit meinem ZĂ€hler. Er war der Meinung, ich hĂ€tte erst 32 Runden absolviert und war davon auch nicht abzubringen. Bei der Differenz ist es dann auch bis zum Schluß geblieben.

Gegen 10:30 Uhr bin ich dann zum letzten Mal auf die Strecke gegangen. ZunĂ€chst habe ich 17 – 18 Minuten pro Runde benötigt. Irgendwann hat JĂŒrgen mich eingeholt und wir sind zu zweit weitergegangen. Das Tempo hat sich dann auch auf 15 – 16 Minuten pro Runde erhöht. Simone war fĂŒr ein paar Runden auch noch dabei. Meine Eltern und Bruder sind dann auch wieder erschienen.

Zu Beginn der letzten kompletten Runde sind JĂŒrgen und ich dann wieder langsam losgetrabt. Zuerst recht schwerfĂ€llig, dann lief es aber allmĂ€hlich immer lockerer und zu Beginn der allerletzten Runde habe ich das Tempo noch mal deutlich erhöht und immerhin noch 1185 m geschafft. Dann wurde abgeschossen und ich habe mich am Straßenrand hingesetzt. Es hat keine 5 Minuten gedauert bis der Messtrupp bei mir eintraf und ich mich dann wieder auf den Weg machen durfte. Meinen Endspurt habe ich dann aber ganz deutlich in meinen Beinen gespĂŒrt.

Von Frieda Harms sind wir auch gelegentlich angefeuert worden. Außerdem habe ich sie auch einige Male laufen sehen. Sie war nicht nur am Samstag, sondern auch noch am Sonntag ziemlich schnell unterwegs.

Die Siegerehrung zog sich dann allerdings ziemlich in die LĂ€nge. War allerdings auch teilweise erheiternd zu sehen, wie manche kaum aufs Podest rauf und wieder runter kamen.

Verpflegung war ausreichend vorhanden und man hatte auch viel Auswahl. Ich habe zumindest fast jede Runde was getrunken. Gelegentlich auch gegessen. Besonders gefallen haben mir auch die Wassermelonen, die gelegentlich angeboten wurden. Auch einige gesalzene Kartoffeln kamen mir sehr gelegen. An der Verpflegungsstelle bin ich immer gegangen, auch in den Laufrunden.

Die Stimmung unter den Teilnehmern war entspannt und freundlich. Die Zuschauer haben auch fĂŒr gute Stimmung gesorgt. Auch die RundenzĂ€hler haben uns zugejubelt und teilweise sogar namentlich angefeuert. Manche Anwohner haben dort auch die meiste Zeit an der Strecke gesessen und zugesehen. Einer hat nebenbei auch ein paar KĂŒchenarbeiten erledigt.

Die Strecke war zwar flach, aber nicht 100%ig topfeben. Sie bestand fast nur aus asphaltierten Straßen. Ein kurzes Ende war auch gepflastert. Außerdem galt es eine kleine Wiese (ca. 50 m) zu ĂŒberqueren. Die Wiese war auch nachts gut beleuchtet. An anderen Stellen war es allerdings auch recht dĂŒster. Insgesamt war die Organisation aber sehr gut.

Auch interessant ist sicherlich das Wetter. Ich finde, wir konnten uns darĂŒber nicht beklagen. Zumindest hat es nicht geregnet und war auch nicht schwĂŒl. TagsĂŒber war es gut 20°C warm. In der Sonne ist es beim Laufen natĂŒrlich schon recht warm, da man aber langsam lĂ€uft noch ertrĂ€glich. Nachts ist es bei sternenklarem Himmel dann auf unter 10°C abgekĂŒhlt. Da musste man sich natĂŒrlich entsprechend wĂ€rmer anziehen.

 

Noch ein wenig Statistik:

Starter: 85 EinzellÀufer und 17 Staffeln

RundenlĂ€nge:  1503,43 m

Mein Ergebnis: 59. mit 124,466 km

 

LĂŒneburg, den 17.6.2003                                                                                             Volker HeißenbĂŒttel

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